Was sollten Sie vorm Welpenkauf klären?

 

Ein Hund begleitet Sie ca. die nächsten 10 Jahre Ihres Lebens. Daher sollte ein Kauf sehr wohl bedacht sein. Klären Sie bitte für sich selbst vorab folgende Fragen:



 

 

  • Ist täglich genügend Zeit für das Tier vorhanden?
  •  Wie lange muss Ihr Hund tagsüber allein bleiben? (zumutbare Höchstgrenze für Welpen 2-3 Stunden)
  •  Wer übernimmt die Urlaubsbetreuung, oder nehmen Sie den Hund künftig mit in den Urlaub?
  •  Bestehen in Ihrer Familie ggf. Allergien (Tierhaare)?
  •  Ist ein ausbruchsicheres Grundstück oder schnell zu erreichender Auslauf vorhanden?
  •  Ist die Zustimmung des Vermieters/Nachbarn nötig?
  •  Besitzen Sie genügend Autorität und Erziehungsgeschick für das Temperament der ausgewählten Rasse?
  •  Haben Sie auf Dauer Zeit und Lust, sich um Pflege, Haltung, Erziehung, Ernährung und Beschäftigung des Tieres zu kümmern?
  •  Stimmt Ihre Familie dem Kauf zu?
  •  Haben Sie genügend finanzielle Mittel für Ernährung, Pflege, Tierarzt, Gesundheitsvorsorge, Steuern und Versicherungen,   Tierbedarf, ggf. erforderliche beauliche Veränderungen wie z.B. Zwinger, Zäune?

 

 

 

Erst wenn Sie alle Fragen bejaht haben, sollten Sie sich auf die Suche nach der geeigneten Rasse und einem guten Züchter begeben.

Rottweilerzüchter finden z.B. hier.

 

 

 

 

 

Woran erkennen Sie einen seriösen Züchter, denn es gibt überall "schwarze Schafe"?

  • Der Züchter hält nicht mehr als ein bis zwei Rassen. 
  •  Die Anzahl der gehaltenen Tieres sollte so begrenzt sein, dass der Züchter und seine Familie sich jedem einzelnen Tier noch individuell zuwenden kann.
  •  Gute Zuchtstätten haben nicht das ganze Jahr über Nachwuchs abzugeben. Die Fließbandmethode, bei der fast jeden Monat Nachwuchs angeboten wird, ist eine Massenzucht. Selbst wenn in solchen Zuchtanstalten zusätzliche Helfer/Tierpfleger eingesetzt werden, bleibt keine Zeit für die individuelle Prägung des Nachwuchses. Fehlprägungen und gestörtes Sozialverhalten sind bei solchen Tieren an der Tagesordnung.
  •  Die Zuchtstätte bzw. die Aufzuchträume sind hell, geräumig, mit fließendem Wasser ausgestattet und bei Erfordernis beheizbar.
  •  Alle Räumlichkeiten und die Ausläufe sind hygienisch einwandfrei und sauber. Der Auslauf bietet die Möglichkeit, dass der Hund sich unter einer Überdachung vor Regen schützen kann und es gibt Liegebretter. 
  •  Die Zuchtanlagen wurden arttypisch errichtet und bieten den Tieren genügend Freiraum.
  •  Der Hundezüchter interessiert sich für die Vorstellungen und Möglichkeiten des Käufers und hinterfragt die Haltungsbedingungen, rät ihm notfalls sogar vom Kauf ab, statt ihm ein Tier "aufzuschwatzen".
  •  Es gibt keine "Sonderangebote" oder Schnäppchen sondern Festpreise, die der "Qualität" des Tieres entsprechend. Die Preise bewegen sich im Bereich anderer organisierter Züchter dieser Rasse. Gute Züchter haben sehr viele Auslagen, die durch den Kaufpreis eines Welpen oft gerade so abgedeckt werden. Wer noch viel Spielraum für Verhandlungen hat, spart entweder an der Aufzucht oder er hat eine große Menge von Tieren, wo es dann die Masse bringt. Leider kaufen Sie dann alle Nachteile eines Tieres aus Massenzucht gleich mit.
  •  Sie erhalten einen schriftlichen Kaufvertrag.
  •  Der Züchter zeigt Ihnen seine Zuchttiere, die Zuchtanlage und die Räumlichkeiten.
  •  Sie dürfen die Zuchtdokumente - Elterntiere, Jungtiere und Zuchtstätte betreffend - einsehen. Die Dokumente sind keine "Eigenproduktionen", sondern von einem Verband (z.B. ADRK, FCI) ausgestellt. 
  •  Der Züchter bemüht sich um die jeweils bestmögliche Verpaarung und kann Ihnen aufschlussreich erklären, warum er genau diese Verpaarung durchgeführt hat. Er kann Ihnen  Auskunft geben, was er für die Verbesserung der Qualität seiner Rasse unternimmt (z.B. Fahrten zu weit entfernten Vatertieren, Zukäufe aus anderen Linien, Vermeidung von häufigen Wiederholungsverpaarungen zur Verbesserung der genetischen Breite der Rasse)
  •  Der Züchter kann Ihnen schlüssig Auskunft über Anatomie, Wesen und ggf. Zucht- und Gesundheitsprobleme der Rasse geben.
  •  Alle Tiere des Züchters verhalten sich ihm gegenüber vertrauensvoll und freudig und sind gepflegt und gut genährt.
  •  Die erwachsenen Tiere und die Jungtiere zeigen keine ausgeprägte Angst Fremden gegenüber. Eine gewisse Vorsicht oder Reserviertheit dürfen sowohl Muttertiere, als auch Welpen den Besuchern gegenüber haben. Die Charaktere sind unterschiedlich und es gibt durchaus noch Hundemütter, die einen ausgeprägten Beschützerinstinkt haben und sich nicht über jeden Fremden freuen, der ihre Welpen anfasst. Deswegen sind sie nicht wesensschwach oder aggressiv! Die meisten Jungtiere sind unbekümmert und freuen sich über Besucher. Aber nicht alle bewegen sich sofort auf Fremde zu. Einige warten vorsichtig ab, müssen deswegen aber noch keine "Feiglinge" sein. Nur panisches Fluchtverhalten, Schreckhaftigkeit, ausgeprägte Angstanzeichen und übermäßige Unterwürfigkeit sollten Sie vom Kauf abhalten.
  •  Organisierte Züchter bieten nur Tiere mit Abstammungspapieren an. Wenn Sie zwischen "mit Papieren" und "ohne Papiere" wählen dürfen, hintergeht der Züchter die Bestimmungen seines Zuchtverbandes, der solche Optionen nicht vorsieht. Wenn Sie noch nicht wissen, ob Sie einen Hund "mit" oder "ohne Papiere" möchten, entscheiden Sie sich lieber für den höheren Kaufpreis, bevor Sie die "Katze im Sack" kaufen.
  •  Die Tiere sind eindeutig und unverwechselbar gekennzeichnet (Microchip oder Täto- Nummer) und Sie erhalten einen dazu passenden Impfausweis und die Abstammungspapiere. Achten Sie auf Fälschungen oder Korrekturen in den Papieren.
  •  Gute Züchter drängen nicht auf eine Entscheidung, sondern bieten Ihnen Zeit zum Überlegen an. Sie dürfen die Welpen mehrmals besuchen.
  •  Ordentliche Züchter können auch keine Welpen auf Bestellung liefern. Züchter, die Ihnen verschiedene Rassen binnen kürzester Frist auf Bestellung liefern, sind Tierhändler. Hier werden meistens Tiere aus dubiosen Auslandszuchten billig beschafft und teurer veräußert. Es geht dabei nicht um Tiere, sondern nur um Profit! Überflüssige, nicht absetzbare Tiere werden genauso schnell "beseitigt", wie sie beschafft wurden. Unterstützen Sie diese Geschäfte nicht durch einen Mitleidskauf. Sie schaffen durch die vermeindliche "Rettung" nur Platz beim Händler für das nächste bemitleidenswerte Geschöpf.
  •  Alle Tiere des Züchters müssen gepflegt und gut genährt sein. Jede Art von Mangelerscheinungen (schwache Knochen, aufgetriebene Bäuche, Verklebungen im Fell, stumpfes Haar, entzündete Augen, schmutzige Ohren, Parasiten, stinkende Ausscheidungen, Durchfall etc.) weisen auf Erkrankungen oder schlechtes Futter hin. Kaufen Sie solche Tiere auf keinen Fall!
  •  Die Jungtiere und die erwachsene Hunde des Züchters zeigen ein arttypisches Temperament und eine entsprechende Bewegungsfreudigkeit.

 

Diese Auflistung erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch wollen wir damit sagen, dass alle Züchter in allen diesen Punkten die volle Punktzahl erreichen müssen. Überlegen Sie aber gut und gehen Sie keine Kompromisse ein. Für jeden Welpen, den Sie aus schlechten Haltungsverhältnissen retten, wächst ein neuer nach. Kaufen Sie nie bei Händlern,  Sie unterstützen damit nur deren Treiben. Sie werden wahrscheinlich keine Freude an dem Tier haben, da an allen wichtigen Dingen während der Aufzucht gespart wird und die Welpen aus Massenzuchten ungenügend sozialisiert sind.

 

 

 

 

Was sollten Sie sich vorm Kauf besorgen bzw. an was sollten Sie denken?

  • Halsband und Leine
  •  Näpfe für Wasser und Futter sowie einen höhenverstellbaren Futterständer
  •  Welpenfutter (Es ist ratsam, erst einmal das gleiche Futter zu verwenden, das auch beim Züchter gegeben wurde. Sie  werden   sicher eine kleine Menge vom Züchter mitbekommen). 
  •  Spielzeug (In Läden für Hundebedarf finden Sie eine große Auswahl. Kaufen Sie nur Spielzeug, das der Hund nicht verschlucken kann und denken Sie daran, dass der Welpe am Anfang alles zerkaut ). Spielzeug muss nicht teuer sein, ein sehr gutes Spielzeug sind z.B. auch zusammengeknotete alte Socken oder ein altes Handtuch, ein Pappkarton.
  •  Hundedecken - diese sollten hygienisch und gut zu reinigen sein und Feuchtigkeit ableiten.
  •  Fellbürste, Lotion für die Reinigung der Ohren, Handtücher zum Trockenrubbeln.
  •  Tierarzt - schauen Sie sich schon mal um, ob in Ihrer Nähe ein geeigneter Tierarzt ist. Fragen Sie evtl. andere Hundehalter in Ihrer Nachbarschaft.
  •  Garten / Auslauf - er sollte so gesichert sein, dass Sie den Welpen frei laufen lassen können, ohne das er auf die Straße gelangt. Empfindliche oder giftige Sträucher sollten mit einem Zaun aus Maschendraht o.ä. gesichert werden.
  •  Wo bekommen Sie Hilfe bei der Erziehung Ihres Welpen her, suchen Sie sich z.B. Welpenspielgruppen in Hundesportvereinen.
  •  Der Welpe sollte anfangs wenig Treppen steigen (Gefahr von Verletzungen, Hüftgelenksdysplasie), sie sollten ihn deshalb tragen, so lange es gewichtsmäßig geht. Damit er die Treppe nicht unkontrolliert benutzt, solte man diese absperren.
  •  Bitte denke Sie auch an eine genügend große Hundetransportbox für das Auto. Die Box können Sie auch gleichzeitig benutzen, wenn Sie den Welpen mit in die Wohnung nehmen möchte. Wenn er diese Box kennt, wird er sie (z.B. mit einem Bettuch abgedeckt) gern als Schlafhöhle annehmen.